Norden
Die faszinierende Stadt La Oliva rühmt sich der Casa de los Coroneles aus dem 18. Jh, der im aztekischen Stil erbauten Casa del Capellan und der Kirche Nuestra Senora de Candelaria. Ausdrucksvoll steht die Casa de los Coroneles in der einsamen Landschaft. Das Haus einst Wohnsitz des Militärkommandeurs. Ein Kreuz über dem Wappen am Eingang deutet auf den katholischen Einfluss der Spanier hin. Die Balkone beweisen die Kunstfertigkeit des Handwerks auf den Kanaren, Türme an den Seiten der Fassade wirken wehrhaft. Hinter La Oliva führt westlich eine Straße nach El Cotillo zum ehemaligen Sitz des Guanchen-Königs Guixe. Cotilla ist ein kleines Fischerdorf mit netten Stränden in der Nähe. In Richtung Puerto del Toston kommt man am beliebten Badeort Caleta Fueste und dem winzigen Fischerhafen samt dem alten Rico-Roque-Turm vorbei. Etwas Zeit sollte man für einen Abstecher zum Bayuyo-Gipfel nehmen, von dem aus man eine atemberaubende Aussicht hat. Der leichte Aufstieg zur Spitze wird mit faszinierenden Ausblicken auf Vulkanasche und Sanddünen belohnt sowie auf die
lnsel Lobos
im Norden und
Caldera Hondo
im Süden. Die Hauptstraße in Richtung alter Flughafen und am Teufelsklauenberg führt zur Ermita Las Mercedes in El Time. Etwas weiter am Montana Quemada (verbrannter Berg) lohnt sich die Besichtigung des Denkmal des bekannten Exilschriftstellers Miguel de Unamuno.
Der äußerst beliebte Badeort Corralejo liegt am nördlichsten Zipfel der Insel. Der Fischerhafen wird malerisch von Dünen eingerahmt, die zu wunderbaren Sandstränden abflachen. Carralejo ist wegen seiner Strände bekannt, leider aber hat die Stadt durch diesen Umstand gelitten und ist mittlerweile sehr verbaut. Doch noch heute geben die bunten Boote der Fischer dem Hafen ein lebendiges, nettes Erscheinungsbild. Per Fähre setzt man auf die nahe gelegene kleine Insel Lobos (Wolfsinsel), oder auf das entferntere Lanzarote über. Östlich der Stadt befinden sich zwei der schönsten Strände der Umgebung: Playa de Corralejo und Playa del Morro.
Die Küstenstraße südlich von Puerto del Rosario führt durch den Badeort Castillo de Fustes, der 1740 um einen Wachturm herum gebaut wurde. Unweit stößt man auf die Casa de las Salinas (altes Salzhaus) mit ihren altertümlichen Salzpfannen. Bei Antigua, der ehemaligen Hauptstadt Fuerteventuras, befindet sich die Ermita San Francisco, die den Mittelpunkt der Insel markiert. Antigua selbst liegt in einer ausgedörrten Ebene, weiß gekalkte Häuser zeugen von einer Stilmischung aus maurischer und spanischer Architektur. Die Umgebung ist wegen ihrer vielen Windmühlen berühmt. Im 200 Jahre alten Restaurant El Molino, das in einer Windmühle etwas außerhalb der Stadt untergebracht ist, kann man vorzüglich speisen. Nebenbei besitzt die Mühle einen bestens restaurierten, sehenswerten Kornspeicher mit Holzdecke.
Die Straße in Richtung Osten, vorbei am Hotelkomplex von Carralejo, führt zum
Naturschutzgebiet
, das sich an der Küste entlang bis nach Puerto del Rosario erstreckt. Der Nationalpark wirkt wie eine große Wüste und bietet vielen selten gewordenen Vogelarten Schutz. Immer häufiger sieht man kleine Vulkanberge und Lavabrocken. An der Küste nahe Morro lohnt ein Abstecher zum beliebten Strand Playa del Perchel.
Betancuria liegt in mitten von Bergen und ist nach dem normannischen Eroberer Jean de Bethancourt benannt. Er ließ ein Fort zum Schutz gegen die Piraten bauen, welches heute unter Denkmalschutz steht und interessante Relikte aufweist. Das Museo Arqueologico zeigt Exponate aus der Guanchenzeit. Die Kirche Santa Maria ist ein architektonisches Juwel, ihre Deckenbalken sind kunstvoll verziert und ein Hochaltar aus dem 17. Jh. Ist vergoldet. Einst war Betancuria die wichtigste Stadt auf den Kanaren. 1405 ging sie in den Besitz der spanischen Krone über. Die Kathedrale Iglesia Santa Maria de Betancuria, die 1539 von Piraten zerstört wurde, war Sitz der Herren von Fuerteventura.
Östlich von Pajara liegt das Dorf Tuineje und stellt mit seinen zahlreichen Windmühlen eine weitere Attraktion dar. Früher wurde der Korn hauptsächlich für das
Nationalgericht Gofio
gemahlen. Tiscamanita, Villaverde, Llanos de la Concepcion, Lajares, El Cotillo und Corralejo besitzten einige sehr gut erhaltene und sehenswerte Windmühlen. Einige haben ihre Nebengebäude verloren, da die Steine für den Bau von Häusern oder Mauern gebraucht wurden. Wenige Windmühlen sind noch in Betrieb, die meisten sind mittlerweile stark renovierungsbedürftig.
Wer absolute Ruhe sucht, wird im
Tal der Palmen
, auch Vega del Rio de Palmas genannt, auf seine Kosten kommen. Es liegt im Schatten des Klosters und der heiligen Stätte, die der Schutzpatronin Fuerteventuras „Virgen de Pena“ geweiht ist. Nirgendwo auf der Insel ist es stiller als in dieser kleinen Oase, die vorn Berg Gran Montana überragt wird.
Etwas südlich befindet sich das kleine schmucke Dorf Pajara. Die reizende Kirche Iglesia de la Virgen de la RegIa wurde 1645 erbaut. Besonders die in Blumenmustern bemalten Altarrückwände sind beeindruckend, das Portal ist in rotem Sandstein ausgeführt und mit Symbolen von Sonnen, Schlangen, Löwen und Tauben verziert.

