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Nationalpark La Caldera

Der Nationalpark 

La Caldera de Taburiente

 ist das Juwel im Herzen der Insel 

La Palma

 . La Caldera bedeutet großer Kessel und sie ist entgegen der weit verbreiteten Meinung kein Vulkankrater. Vor etwa 400.000 Jahren fiel der Gipfel eines erloschenen Vulkans in sich zusammen und schuf damit einen der größten natürlichen Kessel mit rund 9 km Durchmesser. Dieser Vulkankollaps erstickte gleichzeitig die Aktivität der anderen Vulkane in der Umgebung. Die Erschütterungen verursachten eine Kerbe im Rand und ließen Austrittsöffnungen für die zwei Flüsse entstehen, die zusammen den Rio de Las Angustias bilden. Er mündet bei Puerto de Tazacorte an der Westküste ins Meer. 1954 wurde dieses große Gebiet zum Nationalpark erklärt. Sein höchster Punkt ist der 

Roque de los Muchachos

 mit 2426 m.

Auf dem Weg zum Gipfel kommt man an dem 1985 gegründeten internationalen Observatorium vorbei. Die geographische Lage und das ausgezeichnete Klima sprachen damals für La Palma als Standort für diese wissenschaftliche Einrichtung. Die klare Luft und die wolkenlosen Nächte waren ideale Bedingungen für die Astronomie. Im Hauptgebäude des Observatoriums ist Europas größtes Teleskop untergebracht. Das Observatorium liegt so hoch, dass es meistens über den Wolken ist. Das ist von großem Nutzen, denn Wolken fangen über die Luft Staub und Feuchtigkeit ab. Es ist über eine neue Straße von Miranda aus zu erreichen, Besichtigungen sind nach Absprache möglich.

Der Nationalpark gehört wegen seiner einzigartigen, seltenen Flora zu den wichtigsten Spaniens und wird von der ICONA, dem Amt für nationale Forstwirtschaft, verwaltet. Zusammen mit der UNESCO leitet die ICONA auch den Los Tilos-Wald, einen Lorbeerwald im Nordosten der Insel. An beiden Orten gibt es ein Informationszentrum und eine Forschungsanstalt, welche über eine Straße bequem zu erreichen sind. Nahe des Städtchens El Paso führt eine kleine Seitenstraße Richtung Los Llanos zum interessanten Aussichtspunkt La Cumbrecita ab und bietet einen wunderbaren Blick auf den riesigen Krater.

Der 

Mirador los Roques

 und der 

Mirador las Chozas

 bieten dem Besucher die beste Sicht über den tiefen Krater. Direkt davor hebt sich der Roque de Idafe, eine mächtige Felsspitze, in die Höhe. Jenseits des Kraters erkennt man die zackigen Konturen der Roques de los Muchachos, bei klarem Wetter sogar die Kuppel des Observatoriums. Im Inneren des riesigen Kraters befindet sich ein fruchtbares Tal, in dem farbenprächtige Sträucher, Bäume und Blumen gedeihen. Häufige Niederschlage und kühlende Wolken tragen zur Fruchtbarkeit bei.

Ab 1300 m wachsen die Erika arborea und der Faya-Heidebaurn (Myrica faya). Letzterer wird auch als Stütze für Bananenstauden auf den Terrassenfeldern im Westen der Insel verwendet. Ab 1000 m erstreckt sich der kanarische Kiefernwald bis in eine Höhe von 2000 m. Hier wächst auch die bis zu 4 m hohe Pininana-Blume. Sie trägt auf La Palma blaue und auf Teneriffa rote Blüten. Der Laurisilva ist ein weiterer seltener Baum auf den Kanaren und gedeiht an den Hängen des Kraterrands.

 
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